Tätigkeitsbericht 2024
Sie können den Tätigkeitsbericht auch hier als PDF herunterladen.
Hinweis: Alle Fotos im Bericht können per Mausklick in Originalgröße angesehen werden.
Unser Verein
Der Blinden- und Sehbehindertenverein Wuppertal e.V. ist die älteste Selbsthilfeeinrichtung unserer Stadt und wurde im Jahre 1917 gegründet. Laut statistischer Erhebung des Landschaftsverbandes wurden in der Stadt Wuppertal im Jahre 2023 767 Einwohner mit einer gesetzlich anerkannten Sehbeeinträchtigung gezählt. Der Verein ist unter der Nr. 1844 im Vereinsregister beim Amtsgericht Wuppertal eingetragen. Vom Finanzamt ist der Verein als gemeinnützig und mildtätig im Sinne des Abschnitts Steuerbegünstigte Zwecke der Abgabenordnung anerkannt.
Ordentliche Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenvereins Wuppertal e.V. können erblindete oder sehbehinderte Menschen werden. Ihnen bietet der Verein beratende Betreuung und gesellige Treffen. Aber auch von Blindheit bedrohte Personen werden vom Blinden- und Sehbehindertenverein Wuppertal e.V. situationsbezogen mit Rat und Hilfe unterstützt.
Der Blinden- und Sehbehindertenverein Wuppertal e.V. ist Mitglied des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Nordrhein e.V. mit Sitz in Meerbusch und über diesen dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. mit Sitz in Berlin angeschlossen.
Am 1. Januar 2024 hatte der Verein einen Mitgliederbestand von: 81
Zugänge: +8
Abgänge: -14
Davon verstorben 5, Austritt 9
Mitgliederbestand 31. Dezember 2024: 75
Der Vorstand
Der Vorstand des Blinden- und Sehbehindertenverein Wuppertal e.V. arbeitet ehrenamtlich und setzt sich in seiner Freizeit für die Belange unserer Mitglieder, aber auch beratend für alle Menschen mit Seheinschränkung ein.
1. Vorsitzender
Bernd Winkelmann, erster Vorsitzender seit 2016, Vereinsmitglied seit 2000, im Vorstand sei 2001. Herr Winkelmann ist vollberufstätig mit einem täglichen Arbeitsweg von 3 Stunden. Seine gesamte Freizeit widmet er unserem Verein. Er wacht sorgfältig über das Vereinsgeschehen und übt etliche Aufgaben aus, welche im Weiteren in diesem Tätigkeitsbericht noch erläutert werden.
2. Vorsitzende
Viola Reetz, zweite Vorsitzende seit 2016, Vereinsmitglied seit 2007, im Vorstand seit 2008. Sie kümmert sich zusammen mit unserer Angestellten Frau Birgitt Müller um die Verwaltung und Organisation des Vereins. Frau Reetz berät Mitglieder unseres Vereines sowie Bürger unserer Stadt in allen Belangen rund um Sehbehinderung und Sehverlust.
Erika Ritter
Frau Ritter ist seit 1986 Mitglied in unserem Verein, und seit 2008 im Vorstand. Frau Ritters Aufgaben sind vielfältig, sie betreut, berät und kümmert sich um Mitglieder, gibt Punktschriftunterricht, schult unsere Busfahrer im Umgang mit blinden- und hochgradig sehbehinderten Menschen usw.
Monika Daubertshäuser
Frau Daubertshäuser ist seit 1994 im Verein, seit 1998 im Vorstand und war von 2007 bis 2016 1. Vorsitzende unseres Vereins. Frau Daubertshäuser musste diese Position aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, ist aber immer noch im Vorstand aktiv und aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung der gute Geist unseres Vereins und eine vertrauensvolle Ansprechpartnerin für unsere Mitglieder. Frau Daubertshäuser schult die Auszubildenden des Bergischen Kolleg und setzt sich unermüdlich für unsere Mitglieder ein.
Unsere Mitarbeiterin Frau Birgitt Müller
Frau Müller begann ihre Tätigkeit 2004 im Rahmen eines Minijobs bei uns. Seit 2018 ist sie in Teilzeit angestellt, da sie mit ihrer Kreativität neue Projekte für den Verein geschaffen hat und diese auch betreut. Frau Müller ist nicht von einer Seheinschränkung betroffen und der Mittelpunkt unserer Verwaltung. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Ratsuchenden, die uns in der Geschäftsstelle kontaktieren.
Jahresrückblick 2024
1. Versammlungen
Die Jahreshauptversammlung fand am 20.07.2024 statt.
Die Mitglieder nahmen den Tätigkeitsbericht des Jahres 2023, den Geschäftsbericht und den Bericht der Kassenprüfer zur Kenntnis und erteilten dem Vorstand Entlastung.
2. Sitzungen und Konferenzen
2.1 Vorstandssitzungen und Kassenprüfungen
Der Vorstand trat im Jahre 2024 zu zwei ordentlichen Sitzungen zusammen. Dabei wurden u.a. Termine und Programme für Vereinsveranstaltungen festgelegt sowie die entsprechenden Aufgabenteilungen unter den Vorstandsmitgliedern vorgenommen.
Die satzungsgemäßen Kassenprüfungen wurden ordnungsgemäß je Halbjahr einmal durchgeführt.
2.2 Treff Bergisch Land
Die drei Blinden- und Sehbehindertenvereine Solingen, Remscheid und Wuppertal trafen sich in unserer Geschäftsstelle zum Austausch.
3. Mitgliedschaft im Beirat für Menschen mit Behinderung
Im Beirat der Menschen mit Behinderung vertritt Herr Winkelmann die Interessen unseres Vereins und nahm im Jahr 2024 an einigen Sitzungen teil. Daraus ergaben sich weitere Termine, teilweise auch Online, für Abstimmungsgespräche und Ortsbegehungen. Hauptansprechpartner sind die Stadtwerke und das Ressort Straßen und Verkehr sowie das Gebäudemanagement.
4. Termine/Öffentlichkeitsarbeit/Veranstaltungen
4.1 Fahrerschulung WSW
Die Fahrerschulungen der WSW konnten wieder regelmäßig stattfinden und wurden von Frau Ritter begleitet.
4.1.1 Lebendige Bibliothek
Frau Ritter hat 2024 an der lebendigen Bibliothek teilgenommen und sich als lebendiges Buch zur Verfügung gestellt. Dies ist eine besondere Veranstaltung, um die Menschen, besonders Kinder für Lesen, Bücher, Hören und Entdecken zu begeistern.
4.2 Inklusionspreisverleihung
Herr Winkelmann war Mitglied in der Jury zur Verleihung des Inklusionspreises der Stadt Wuppertal 2024.
4.3 Fußverkehrscheck
Herr Winkelmann und Frau Reetz waren im Rahmen der Fußverkehrschecks der Stadt Wuppertal auf insgesamt 4 Veranstaltungen. Dazu gehörten zwei Begehungen in Vohwinkel und zwei Termine im Verwaltungsgebäude Elberfeld.
4.4 Veranstaltungen in Kooperation mit der Stadtmission
Wir haben in 2024 zusammen mit der Stadtmission beschlossen, gemeinsam 4 Projekte je Jahr im Cafe Prio zu gestalten. Im Sommer 2024 haben wir mit den ersten Veranstaltungen begonnen.
Diese Veranstaltungen sind dafür gedacht, sehbehinderte und blinde Menschen und Menschen mit anderen Einschränkungen, aber auch gesunde Menschen zusammenzubringen, um gemeinsam etwas zu erleben.
Dieses Jahr war Herr Stefan Kühn, unser Sozialdezernent a.D. vor Ort und hat aus seinem Leben erzählt. Bei der zweiten Veranstaltung war unser Stadthistoriker Herr Frank Khan vor Ort und hat über die Geschichte des Stadtteils berichtet, wo das Cafe Prio seinen Standort hat.
4.5 Besuche im Von-der-Heydt-Museum mit Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen
Das Von-der-Heydt-Museum bietet vierteljährliche Führungen für Blinde und Sehbehinderte an. Wir haben dies unseren Mitgliedern über unsere Rundschreiben mitgeteilt und einige haben dieses Angebot mit Freuden genutzt.
4.6 Stadtrundfahrt mit dem Touristen-Doppeldeckerbus durch unsere Stadt
Unsere Mitglieder hatten dieses Jahr die Möglichkeit auf eigene Kosten, aber durch uns organisiert, eine Fahrt mit dem Doppeldeckerbus inklusive Reiseführung mitzumachen. Das Angebot wurde sehr gut angenommen.
4.7 Dienstage
Präsenzveranstaltungen mit wechselndem Programm fanden in 2024 an jedem ersten Dienstag im Monat statt.
An den anderen Dienstagen fand unsere Telefonkonferenz statt, die gern von Mitgliedern genutzt wird, die nicht mehr so mobil sind oder einen weiten Weg zur Geschäftsstelle haben. Es gab Lesungen, Denk- und Ratespiele und informative Beiträge.
4.8 Workshops
In 2024 fanden ein Workshop statt.
Wir haben wunderschöne weihnachtliche Türhänger gebastelt. Die Teilnehmer konnten ihre Werke mit nach Hause nehmen und hatten viel Spaß.
4.9 Kulturelle Weihnachtsfeier
Eröffnet wurde die Weihnachtsfeier von Herrn Kühn, unserem Sozialdezernet a.D. Herr Kühn hat unseren Mitgliedern mitgeteilt, dass er mit Freuden unser neuer Schirmherr wird. Darüber freuen wir uns sehr.
Ebenso wurde eine wunderschöne zeitaktuelle Weihnachtsgeschichte vorgelesen, die ein Mitglied unseres Vereins verfasst hatte.
Herr Sinn von der Stadtmission trat mit einigen Kollegen seines Blaserchors auf und hat uns mit weihnachtlicher Blasmusik auf die Weihnachtzeit eingestimmt. Ebenso wurden wir von einem wunderbaren Musiker-Duo in die musikalische Vergangenheit der einzelnen Epochen der Weihnachtsmusik entführt.
Unsere Mitglieder konnten ihren kulturellen Hintergrund erweitern und hatten Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen.
5. Beratungen
Unsere Geschäftsstelle in der Gronaustraße 95 ist jeden Dienstag und Donnerstag von 8 bis 13 Uhr nicht nur für unsere Vereinsmitglieder, sondern auch für betroffene Bürger unserer Stadt und deren Angehörige geöffnet. Dieses Jahr konnten wir Beratungen (mit vorheriger Terminabsprache) auch in Präsenz anbieten.
Wir beraten bei der Bewältigung von alltäglichen Lebenssituationen bei Sehverlust, helfen bei der Durchsetzung von Nachteilsausgleichen. Im Dialog mit den Krankenkassen bei der Hilfsmittelbeantragung unterstützen wir Betroffene.
5.1 Punktschrift
Frau Ritter hat im Rahmen ihrer Beratungstätigkeit Punktschriftunterricht gegeben. Dieser Service steht allen Mitgliedern unseres Vereins zur Verfügung.
5.2 Berufsbegleitender Unterricht bergisches College
Wie jedes Jahr hat Frau Daubertshäuser wieder die Berufsschule Kohlstraße unterstützt und den Schülern an zwei ganzen Tagen Informationen zu LPF, Hilfsmitteln und den Umgang mit seheingeschränkten Menschen nähergebracht.
6. Geschäftsstelle

In unserer Geschäftsstelle werden alle Verwaltungsangelegenheiten erledigt. Natürlich werden auch unsere regelmäßigen Rundschreiben von hier verschickt. Neben den Einladungen zu Mitgliederversammlungen sowie zu kulturellen Veranstaltungen enthalten die Rundschreiben auch Informationen über das Vereinsgeschehen.
Auch bei der Beschaffung von Hilfsmitteln konnten wir erfolgreich weiterhelfen.
7. Umbau der Geschäftsstelle
Den Umbau unserer Geschäftsstelle konnten wir im Dezember 2024 starten und werden diesen in 2025 fortsetzen. Danach verfügen wir über einen größeren Veranstaltungsraum und bessere Möglichkeiten unsere Räume effektiver nutzen zu können.
8. Hörzeitung
Unser ehrenamtlich arbeitendes Hörzeitungsteam hat auch im Jahr 2024 dafür gesorgt, dass unsere Abonnenten weiterhin mit aktuellen Informationen versorgt werden.
Sie lesen Woche für Woche die interessantesten Beiträge der Tageszeitung auf, stellen diese zusammen, produzieren eine Daisy/mp3-CD und verschicken diese an die Abonnenten.
Die Hörzeitung kann auch von blinden und sehbehinderten Bürgern unserer Stadt abonniert werden, sie ist somit nicht an eine Mitgliedschaft gebunden.
Wir freuen uns, dass wir die älteste Hörzeitung für Blinde und Sehbehinderte in Deutschland erstellen. Diese besteht seit 1968.
Unsere Ehrenamtler
Ein besonderer Dank gilt unseren Ehrenamtlern. Wir freuen uns sehr, dass es Menschen gibt, die uns bei unserer Arbeit mit ihren vielseitigen Anforderungen wie z. B. die Erstellung unserer Hörzeitung und Veranstaltungen unterstützen.
Unsere Ehrenamtler sind aus dem Vereinsgeschehen nicht mehr wegzudenken.
Gaby Waldinger
Frau Waldinger ist schon seit vielen Jahren als Ehrenamtlerin in unserem Verein tätig gewesen, als das ehemalige Hörzeitungsteam altersbedingt aufgehört hat und wir ein neues Hörzeitungsteam zusammenstellen mussten. Frau Waldinger springt immer ein, wenn irgendwo Hilfe benötigt wird.
Brigitte Bischoff-Jähner
Frau Bischoff-Jähner hat zeitgleich mit Frau Waldinger das neue Team gegründet. Zusammen haben die beiden noch in den Räumen der WZ am Otto-Hausmann-Ring gearbeitet. Damals wurde die Hörzeitung noch auf Audio-Kassetten produziert. Sie haben den Umzug vom WZ-Gebäude zur Geschäftsstelle mitgemacht und auch die Umstellung der Hörzeitung von Kassette auf CD.
Arno Michael Weber
Herr Weber stieß vor 3 Jahren zu unserem Verein. Eigentlich um uns bei den Veranstaltungen z. B. dienstagnachmittags zu unterstützen. Daraus hat sich auch die Idee entwickelt, ihn beim Hörzeitungsteam zu integrieren, was hervorragend geklappt hat. Nun macht er beides.
Angela Greiff
Frau Greiff ist Ende 2022 zu uns gestoßen und unterstützt uns seitdem bei Veranstaltungen, als Begleitung und ist aktiv mit Planung und Gestaltung an unseren Workshops beteiligt. Wir freuen uns sehr, sie in unserem Team zu haben.
8. Schlusswort
Unser Tätigkeitsbericht soll allen Interessierten ein Bild vom Vereinsleben widerspiegeln und zeigen, mit wie viel Engagement sich der Vorstand seinen Aufgaben stellt. Viele Ziele können nur durch eine starke Gemeinschaft erreicht werden.
Ohne die Spenden unserer Mitglieder, Freunde und Förderer könnten wir unsere Arbeit in dieser Qualität nicht anbieten.
Vergessen dürfen wir auch nicht unsere ehrenamtlichen Helfer, die sich mit Herzblut für unsere Mitglieder einsetzen und wertvolle Arbeit leisten. Hierfür sagen wir von Herzen
„Danke!“
Wir hoffen und zählen auch in Zukunft auf Ihre Unterstützung.
Wuppertal, Januar 2025
Bernd Winkelmann gen. Fleitmann
Spendenkonto: Stadtsparkasse Wuppertal
IBAN DE38 3305 0000 0000 1369 45


