Tätigkeitsbericht 2025
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Hinweis: Alle Fotos im Bericht können per Mausklick in Originalgröße angesehen werden.
Unser Verein
Der Blinden- und Sehbehindertenverein Wuppertal e.V. ist die älteste Selbsthilfeeinrichtung unserer Stadt und wurde im Jahre 1917 gegründet. Laut statistischer Erhebung des Landschaftsverbandes (letzte Veröffentlichung von 2023) wurden in der Stadt Wuppertal 718 Einwohner mit einer gesetzlich anerkannten Sehbeeinträchtigung gezählt. Der Verein ist unter der Nr. 1844 im Vereinsregister beim Amtsgericht Wuppertal eingetragen. Vom Finanzamt ist der Verein als gemeinnützig und mildtätig im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung anerkannt.
Ordentliche Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenvereins Wuppertal e.V. können erblindete oder sehbehinderte Menschen werden. Fördermitglied kann jeder werden, der sich dem Blinden- und Sehbehindertenverein Wuppertal e.V. verbunden fühlt.
Beraten werden nicht nur alle Menschen, die aufgrund ihrer Augenerkrankung von Sehverlust bedroht sind, sondern auch alle Angehörigen und betreuenden Personen.
Der Blinden- und Sehbehindertenverein Wuppertal e.V. ist Mitglied des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Nordrhein e.V. mit Sitz in Meerbusch und über diesen dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. mit Sitz in Berlin angeschlossen.
Am 1. Januar 2025 hatte der Verein einen Mitgliederbestand von: 76
Zugänge: +3
Abgänge: -12
Davon verstorben: 2, Austritt: 10
Mitgliederbestand 31. Dezember 2025: 67
Der Vorstand
Der Vorstand des Blinden- und Sehbehindertenvereins Wuppertal e.V. wurde 2025 neu gewählt. Er arbeitet ehrenamtlich und setzt sich in seiner Freizeit für die Belange unserer Mitglieder, aber auch beratend für alle Menschen mit Seheinschränkung ein.
1. Vorsitzender: Danial Abraham
Danial Abraham wurde 2025 zum Vorstandsvorsitzenden gewählt.
Aufgewachsen ist er als sehbehinderter Junge in Velbert-Langenberg. Zum Studieren zog er 2003 nach Wuppertal. 2011 erblindete er durch einen Unfall. Danach folgten seine medizinische und berufliche Rehabilitation. 2018 absolvierte er eine Umschulung zur Bürofachkraft im Berufsförderungswerk in Düren. Noch im selben Jahr bekam er eine Anstellung beim Finanzamt. Seitdem arbeitet er dort als Mitarbeiter in der Telefonzentrale. Sportliche Erfahrung sammelte er beim Blindentennis und beim Blindenfußball mit einem Kurzeinsatz in der Bundesliga.
Danial Abraham ist ein Team-Player, der ein offenes Ohr für seine Mitmenschen und für gute Ideen und Anregungen hat.
2. Vorsitzende: Erika Ritter
Frau Ritter, zweite Vorsitzende seit 2025, seit 2008 im Vorstand und Vereinsmitglied seit 1986.
Frau Ritters Aufgaben sind vielfältig: Sie betreut, berät und kümmert sich um Mitglieder, gibt Punktschriftunterricht, schult unsere Busfahrer im Umgang mit blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen usw.
Frau Ritter ist seit ihrer Jugend an einer genetischen Zapfen-Stäbchen-Dystrophie erkrankt und besitzt nur noch einen sehr kleinen Sehrest.
Thorsten Solmecke
Thorsten Solmecke ist seit 2025 als Beisitzer im Vorstand aktiv.
Er ist von Geburt an auf einem Auge blind und hat seit einer Netzhautablösung im Jahr 2017, auf dem anderen Auge, ein sehr eingeschränktes Sehvermögen.
Beruflich ist er im Bereich der Inklusion tätig. In der Vereinsarbeit bringt er sein Fachwissen und seine Erfahrung mit ein. Seine Schwerpunkte liegen in der Beratung von Menschen mit Sehbehinderungen sowie in der Förderung von digitaler Barrierefreiheit.
Joshua Neumann
Joshua Neumann ist seit 2025 Beisitzer.
Er ist Anfang 20 und geburtsblind. Zur Schule ging er in die Blinden- und Sehbehindertenschule in Düsseldorf und ist inzwischen berufstätig.
Für den Verein möchte er sich im Rahmen seiner Vorstandsarbeit speziell für junge Mitglieder engagieren.
Unsere Mitarbeiterin Frau Birgitt Müller
Frau Müller begann ihre Tätigkeit 2004 im Rahmen eines Minijobs bei uns. Seit 2018 ist sie in Teilzeit angestellt, da sie mit ihrer Kreativität neue Projekte für den Verein geschaffen hat und diese auch betreut. Frau Müller ist nicht von einer Seheinschränkung betroffen und der Mittelpunkt unserer Verwaltung. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Ratsuchenden, die uns in der Geschäftsstelle kontaktieren.
Jahresrückblick 2025
1. Versammlungen
Die Jahreshauptversammlung fand am 28.06.2025 statt. Die Mitglieder nahmen den Tätigkeitsbericht des Jahres 2024, den Geschäftsbericht und den Bericht der Kassenprüfer zur Kenntnis und erteilten dem Vorstand Entlastung.
Satzungsgemäß wurde anschließend der Vorstand gewählt. Herr Danial Abraham wurde als 1. Vorsitzender gewählt, Frau Erika Ritter als 2. Vorsitzende. Als neue Beisitzer wurden Herr Thorsten Solmecke und Herr Joshua Neumann gewählt. Die Kassenprüferinnen Frau Hedwig Marx-Timm und Frau Brigitte Bischoff-Jähner wurden wiedergewählt.
2. Sitzungen und Konferenzen
2.1 Vorstandssitzungen und Kassenprüfungen
Der neue Vorstand trat im Jahre 2025 zu zwei ordentlichen Sitzungen zusammen. Dabei wurden u.a. die Aufgabenverteilung unter den neuen Vorstandsmitgliedern festgelegt sowie Termine und Ideen für neue Projekte für Vereinsveranstaltungen besprochen.
Die satzungsgemäßen Kassenprüfungen wurden ordnungsgemäß je Halbjahr einmal durchgeführt.
3. Mitwirkung im Beirat für Menschen mit Behinderung
Auch in diesem Jahr erfolgte eine aktive Mitwirkung im Beirat der Menschen mit Behinderungen der Stadt Wuppertal. In diesem Rahmen wurden die Interessen blinder und sehbehinderter Menschen kontinuierlich vertreten und in die Beratungen eingebracht.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Mitarbeit in verschiedenen fachbezogenen Arbeitsgruppen. Dazu gehörte ein regelmäßiger Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern des Gebäudemanagements der Stadt Wuppertal. Im Mittelpunkt standen bauliche Veränderungen und Planungen städtischer Gebäude unter besonderer Berücksichtigung der Belange blinder und sehbehinderter Menschen.
Darüber hinaus bestand eine Zusammenarbeit mit den Wuppertaler Stadtwerken. Themen waren insbesondere der barrierefreie öffentliche Personennahverkehr sowie die Nutzbarkeit von Haltestellen, Fahrzeugen und Informationssystemen.
Zusätzlich erfolgte eine aktive Mitarbeit im Arbeitskreis barrierefreie Mobilität der Stadt Wuppertal. Hier wurden unter anderem Fragen zur Planung und Verlegung taktiler Leitsysteme, zur sicheren Querung von Verkehrsflächen sowie zur Orientierung im Straßenraum behandelt.
Durch die kontinuierliche Gremienarbeit und den fachlichen Austausch konnte die Sichtweise blinder und sehbehinderter Menschen in kommunale Entscheidungsprozesse eingebracht und die Sensibilisierung für Barrierefreiheit weiter gefördert werden.
4. Termine/Öffentlichkeitsarbeit/Veranstaltungen
4.1 Fahrerschulung WSW
Die Fahrerschulungen der WSW konnten wieder regelmäßig stattfinden und wurden von Frau Ritter begleitet.
4.2 Individuelle Unterstützung bei Projekten von Studierenden zum Thema Sehbehinderung
Im Berichtszeitraum erfolgte eine individuelle Unterstützung von Studierenden bei Projekten und Abschlussarbeiten zum Thema Sehbehinderung und Blindheit. Der BSVW e.V. hat Einblicke in die Lebensrealität blinder und sehbehinderter Menschen vermittelt.
Die Unterstützung umfasste die Beantwortung inhaltlicher Fragestellungen sowie Rückmeldungen zu Konzepten und Entwürfen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Sensibilisierung für Barrieren im Alltag und auf der Vermittlung konkreter Anforderungen an Orientierung, Mobilität und Nutzung von Räumen und Angeboten.
Darüber hinaus wurden Studierende bei der Auswertung ihrer Ergebnisse begleitet und bei der Reflexion der Auswirkungen ihrer Projekte auf blinde und sehbehinderte Menschen unterstützt.
4.3 Unterstützung bei den FsJ-Absolventen
Frau Ritter und Frau Müller besuchten eine Gruppe Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres. Hier konnten die Teilnehmer Fragen rund um Blindheit und Sehbehinderung stellen. Zudem gab es die Möglichkeit, mit einer Simulationsbrille und einem Blindenlangstock einen Parcours abzulaufen, um sich besser vorstellen zu können, was es bedeutet, wenn die Augen nicht mehr funktionieren.
4.4 Berufsbegleitender Unterricht Bergisches College
Wie jedes Jahr hat Frau Daubertshäuser wieder die Berufsschule Kohlstraße unterstützt und den Schülern an zwei ganzen Tagen Informationen zu LPF, Hilfsmitteln und den Umgang mit seheingeschränkten Menschen nähergebracht.
4.5 Lebendige Bibliothek der gewerblichen Berufsschule
Das ist ein besonderes Format, um junge Menschen für spezielle Themen zu sensibilisieren. Frau Ritter hat an der lebendigen Bibliothek teilgenommen und sich als lebendiges Buch zur Verfügung gestellt.
Fazit Punkt 4.1 bis 4.5
Durch all diese Aktivitäten konnte das Verständnis für Barrierefreiheit vertieft werden. Gleichzeitig wurde ein Beitrag zur Sensibilisierung von Fachkräften für die Belange blinder und sehbehinderter Menschen geleistet.
4.6 Veranstaltungen in Kooperation mit der Stadtmission
Wir haben zusammen mit der Wuppertaler Stadtmission 4 Projekte im Cafe Prio gestaltet. Diese Veranstaltungen sind dafür gedacht, Menschen mit und ohne Sehbehinderung zusammenzubringen, um gemeinsam etwas zu erleben.
4.7 Tag der offenen Tür
Im November 2025 fand ein Tag der offenen Tür statt. Hier konnte nicht nur der neue Vorstand kennengelernt werden, sondern auch die Geschäftsstelle nach dem Umbau besichtigt werden. Es gab die Möglichkeit, sich über verschiedene Hilfsmittel, zum Beispiel den IO-Blindenlangstock der Fa. Whitecane, zu informieren und diesen auszuprobieren. Besucht wurde die Veranstaltung auch von Oberbürgermeisterin Frau Miriam Scherff und der Sozialdezernentin Annette Berg.
4.8 Dienstage
Nach erfolgtem Umbau der Geschäftsstelle fanden wieder unsere Präsenzveranstaltungen mit wechselndem Programm statt. Das Angebot konnte ab September auf den ersten und dritten Dienstag des Monats erweitert werden. Der Austausch untereinander steht hier im Mittelpunkt.
An den anderen Dienstagen trafen wir uns im Rahmen einer Telefonkonferenz. Es gab Austausch, Lesungen, Denk- und Ratespiele und informative Beiträge.
4.9 Kulturelle Weihnachtsfeier
Auch in diesem Jahr gab es unsere Weihnachtsfeier in den Räumen der Färberei. Für die musikalischen Beiträge sorgten ein Flötistinnen-Trio und eine Sängerin. Unsere Mitglieder konnten ihren kulturellen Hintergrund erweitern und hatten Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen.
5. Beratungen
Unsere Geschäftsstelle in der Gronaustraße 95 ist jeden Dienstag und Donnerstag von 8 bis 13 Uhr nicht nur für unsere Vereinsmitglieder, sondern auch für betroffene Bürger unserer Stadt und deren Angehörige geöffnet.
Wir beraten bei der Bewältigung von alltäglichen Lebenssituationen bei Sehverlust und helfen bei der Durchsetzung von Nachteilsausgleichen. Im Dialog mit den Krankenkassen bei der Hilfsmittelbeantragung unterstützen wir Betroffene.
5.1 Punktschrift
Frau Ritter hat im Rahmen ihrer Beratungstätigkeit Punktschriftunterricht gegeben. Dieser Service steht allen Mitgliedern unseres Vereins zur Verfügung.
6. Geschäftsstelle

In unserer Geschäftsstelle werden alle Verwaltungsangelegenheiten erledigt. Natürlich werden auch unsere regelmäßigen Rundschreiben von hier verschickt. Neben den Einladungen zu Mitgliederversammlungen sowie zu kulturellen Veranstaltungen enthalten die Rundschreiben auch Informationen über das Vereinsgeschehen.
Auch bei der Beschaffung von Hilfsmitteln konnten wir erfolgreich weiterhelfen.
7. Umbau der Geschäftsstelle
Der Umbau unserer Geschäftsstelle konnte 2025 weitgehend abgeschlossen werden. Dadurch können unsere Vereinsräume effektiver genutzt werden.
Es gibt jetzt einen großen Veranstaltungsraum mit der Möglichkeit, bis zu 40 Personen zu einem Vortrag einzuladen. Auch werden hier 2026 verschiedene Schulungen und Aktivitäten angeboten.
8. Hörzeitung
Unser ehrenamtlich arbeitendes Hörzeitungsteam hat auch im Jahr 2025 dafür gesorgt, dass unsere Abonnenten weiterhin mit aktuellen Informationen versorgt werden.
Sie lesen Woche für Woche die interessantesten Beiträge der Tageszeitung auf, stellen diese zusammen, produzieren eine Daisy/mp3-Cd und verschicken diese an die Abonnenten.
Die Hörzeitung kann auch von blinden- und sehbehinderten Bürgern unserer Stadt abonniert werden, sie ist somit nicht an eine Mitgliedschaft gebunden.
Wir freuen uns, dass wir die älteste Hörzeitung für Blinde und Sehbehinderte in Deutschland erstellen. Diese besteht seit 1968.

Frau Bischoff-Jähner, Herr Weber, Frau Waldinger
Unsere Ehrenamtler
Ein besonderer Dank gilt unseren Ehrenamtlern. Wir freuen uns sehr, dass es Menschen gibt, die uns bei unserer Arbeit mit ihren vielseitigen Anforderungen wie z. B. die Erstellung unserer Hörzeitung und Veranstaltungen unterstützen.
Unsere Ehrenamtler sind aus dem Vereinsgeschehen nicht mehr wegzudenken.
Gaby Waldinger
Frau Waldinger ist schon seit vielen Jahren als Ehrenamtlerin in unserem Verein tätig gewesen, als das ehemalige Hörzeitungsteam altersbedingt aufgehört hat und wir ein neues Hörzeitungsteam zusammenstellen mussten. Frau Waldinger springt immer ein, wenn irgendwo Hilfe benötigt wird.
Brigitte Bischoff-Jähner
Frau Bischoff-Jähner hat zeitgleich mit Frau Waldinger das neue Team gegründet. Zusammen haben die beiden noch in den Räumen der WZ am Otto-Hausmann-Ring gearbeitet. Damals wurde die Hörzeitung noch auf Audio-Kassetten produziert. Sie haben den Umzug vom WZ-Gebäude zur Geschäftsstelle mitgemacht und auch die Umstellung der Hörzeitung von Kassette auf CD.
Arno Michael Weber
Herr Weber stieß 2019 zu unserem Verein. Eigentlich um uns
bei den Veranstaltungen z. B. dienstags nachmittags zu
unterstützen. Daraus hat sich auch die Idee entwickelt, ihn beim Hörzeitungsteam zu integrieren, was hervorragend
funktioniert hat. Nun macht er beides.
8. Schlusswort
Unser Tätigkeitsbericht soll allen Interessierten ein Bild vom Vereinsleben widerspiegeln und zeigen, mit wie viel Engagement sich der Vorstand seinen Aufgaben stellt. Viele Ziele können nur durch eine starke Gemeinschaft erreicht werden.
Ohne die Spenden unserer Mitglieder, Freunde und Förderer könnten wir unsere Arbeit in dieser Qualität nicht anbieten.
Vergessen dürfen wir auch nicht unsere ehrenamtlichen Helfer, die sich mit Herzblut für unsere Mitglieder einsetzen und wertvolle Arbeit leisten. Hierfür sagen wir von Herzen
„Danke!“
Wir hoffen und zählen auch in Zukunft auf Ihre Unterstützung.
Wuppertal, Januar 2026

Danial Abraham
Spendenkonto: Stadtsparkasse Wuppertal
IBAN DE38 3305 0000 0000 1369 45
